Die Revolution verkörpert die Hoffnung auf grundlegende Änderung - doch damit sie gelingt, müssen sich auch die Menschen ändern. Aus diesem Grund spielt Bildung für das revolutionäre Denken an entscheidenden Stellen eine wichtige Rolle: Sei es für die Frage nach dem Ausbruch und der Vorbereitung der Revolution, für die Frage nach dem Übergang in die post-revolutionäre Gesellschaft oder für die Frage nach der Stabilisierung der post-revolutionären Ordnung. Matthias Heil macht anhand der revolutionären Theorien Condorcets, Marx' und Goldmans sichtbar, wie eng Pädagogik, Politik und gesellschaftlicher Wandel miteinander verzahnt sind und sich gegenseitig bedingen.
Trans* Vlogs dokumentieren die geschlechtliche Transition mit Testosteron auf YouTube. Die affektiven, vergeschlechtlichenden, rassifizierenden und zeitlichen Effekte dieser selbstdokumentarischen Videopraktik erweisen sich mitunter als ambivalent und entziehen sich zumindest teilweise der Kontrolle durch die Vlogger*innen. Statt jedoch diese Unsicherheit als Kontrollverlust zu beheben oder zu vermeiden, eröffnen die trans* Vlogs queere Zeitlichkeiten. Sarah Horn zeigt, dass somit die Affirmation eines geschlechtlichen Werdens ermöglicht werden kann, das sich weder als eindeutig noch als stabil beweisen muss, um lebbar zu sein.