Der Fall des Eisernen Vorhangs hat die im Kalten Krieg entstandene Teilung Europas zwar aufgehoben, doch das volle Potenzial seiner Wiedervereinigung hat der Kontinent bis heute nicht ausgeschöpft. Was wäre dieses einige und solidarische Europa für ein Ort? Dazu müssen wir - wie 1989 - weit über die täglichen politischen und ökonomischen Realitäten hinaus denken und das demokratische Europa als eine kulturelle Erfahrung verstehen; als eine Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern, die sich den auf den Trümmern des totalitären Jahrhunderts entstandenen Menschenrechten verpflichtet fühlen. Basil Kerski schreibt eine kleine Geschichte und Gegenwartskunde der ost-westeuropäischen Beziehungen und zeigt auf, wie maßgeblich kulturelle Annäherungen sie beeinflussen. Er plädiert für eine Neubestimmung des Verhältnisses von Ost und West in Zeiten der Erosion des transatlantischen Bündnisses, um die 1989 begonnene demokratische Revolution auf europäischer Ebene fortzusetzen.