Dieses Buch untersucht, wie prädiktive Analysen das Gefühl von Sicherheit neu verteilen: sie versprechen bessere Umsatzprognosen und klarere Risikobilder, ohne die innere Unsicherheit von Entscheidungsträgern zu beseitigen. Es fragt, ob Modelle Unsicherheit reduzieren oder nur verschieben - von der Datenanalyse zum Management der eigenen Angst vor Fehlentscheidungen.
Im Vordergrund stehen zwei zentrale Mechanismen. Erstens erleben Führungskräfte Vorhersagen oft als verkappte Verpflichtung: je klarer die Zahlen, desto schärfer die Erwartung, falsche Entscheidungen zu vermeiden, was innere Experimentierfreude und kalkulierte Risiken bedroht. Zweitens entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Glauben und Vertrauen: Ein Modell kann "stark" rechnen, vertraut wird ihm aber erst, wenn der Mensch versteht, wann es versagt und warum - und nicht nur, wie gut es in der Vergangenheit funktioniert hat.