Hannover, 1714. Gottfried Wilhelm Leibniz hadert mit der Order seines Landesherrn, des Königs von England, das Reisen zu unterlassen und ein ungeliebtes Auftragswerk endlich fertigzustellen. Eigentlich hatte der umtriebige Gelehrte gehofft, an einen der großen europäischen Höfe berufen zu werden, doch nun ist er zurückgeworfen auf seine nachlassenden Körperkräfte und die verrinnende Zeit, die ihm für seine zahlreichen Vorhaben noch bleibt. Auch die Rechenmaschine, deren Planung ihn zeitlebens begleitet hat, will einfach nicht fertig werden. Als Zar Peter der Große seinen Besuch ankündigt, hofft er auf eine neue Gelegenheit, seine Unentbehrlichkeit unter Beweis zu stellen ...
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) war Philosoph, Historiker und Jurist, Mathematiker, Physiker und Ingenieur. Er erfand u.a. die Infinitesimalrechnung und das binäre System, aber auch praktische Vorrichtungen, um den Alltag bequemer zu machen. Er war zeitlebens unverheiratet und höfischen Vergnügungen abgeneigt, süßem Konfekt und Kaffee aber durchaus zugetan. Über sich selbst und sein Privatleben schwieg er in seinen Schriften beharrlich - Franz-Maria Sonners Novelle unternimmt nun eine literarische Annäherung an den Menschen Leibniz.